Nach Weihnachten fühlen sich laut Studien 44 Prozent der Deutschen erschöpft, das Wohlbefinden fällt spürbar ab. Statt Yoga-Kursen oder Detox-Programmen suchen viele nach einer ruhigeren Form der Selbstfürsorge – und beginnen, ihr Jahr zu sortieren. Zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige entstehen laut neuen Nutzungsdaten von MYPOSTER fast so viele Fotobücher wie im Geschenkestress davor. Dabei machen sich die Leute immer öfter die Technologie zunutze: Fast die Hälfte aller Bücher bei MYPOSTER entsteht mithilfe von KI. E-Commerce-Experte Sebastian Ellguth von MYPOSTER sieht darin ein klares Signal für ein neues Verständnis von Selfcare: weniger Selbstoptimierung, mehr Selbstbegegnung. Und dieser Trend lässt sich in den Daten deutlich ablesen – genau dort, wo KI heute beim Erinnern hilft.
München, 20. November 2025 – Wenn die Geschenke verstaut sind und der Alltag noch wartet, beginnt die leise Zwischenzeit, die Psycholog:innen „Twixmas“ nennen. Sie gilt als kurze Pause – und für viele doch als Moment größter Erschöpfung. Forschungen der Universität Rostock und anderer Institute zeigen, dass das Wohlbefinden nach den Feiertagen deutlich sinkt, bevor es sich erst im Februar langsam erholt. Der Druck, über die Feiertage „alles perfekt“ zu machen, und die verdichtete Arbeit vor dem Jahreswechsel gelten als Hauptgründe. „Viele empfinden Selfcare inzwischen selbst als Stressfaktor“, so Sebastian Ellguth, E-Commerce-Experte und Sprecher bei MYPOSTER. Er beobachtet, dass Menschen zwar Erholung suchen, diese aber immer häufiger in Routinen finden, die weniger Anspruch an sie stellen: „Die meisten wünschen sich keine neuen Aufgaben, sondern einfache Wege, um innerlich aufzuräumen.“ Diese Suche nach Einfachheit zeigt sich auch in der Art, wie Menschen heute mit ihren Erinnerungen umgehen.
Ein neues Ritual zwischen den Jahren
Tatsächlich verlagert sich das Bedürfnis nach Ordnung zunehmend ins Digitale. In den Nutzungsdaten von MYPOSTER zeigt sich ein klarer Trend: Zwischen dem 27. Dezember und dem 6. Januar entstehen fast so viele Fotobücher wie im Weihnachtsgeschäft. Besonders beliebt sind die ersten Tage des neuen Jahres und der Feiertag der Heiligen Drei Könige, danach fällt die Aktivität ab. Ellguth berichtet, dass das Motiv heute ein anderes ist als noch vor wenigen Jahren: „Früher war das Fotobuch hauptsächlich ein Geschenk. Heute wird es für viele zu einem Moment der Selbstreflexion, zu einem Stück Ordnung für Kopf und Herz.“ Wer seine Erinnerungen digital sortiert, erlebt das Gegenteil von der Reizüberflutung, die sonst mit Technik verbunden ist, und genau dabei spielt künstliche Intelligenz eine neue Rolle.
KI als stille Helferin
Rund 50 Prozent aller Fotobücher bei MYPOSTER entstehen inzwischen mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Die Technologie sortiert, wählt, schlägt Layouts vor – und senkt so die Einstiegshürde. Im Schnitt landen 33 Prozent mehr Fotos im fertigen Buch als in manuell gestalteten Projekten. Ellguth ordnet ein: „KI übernimmt das Sortieren, aber nicht das Erinnern. Sie schafft Raum für das, was wirklich wichtig ist.“ Weil die Software die Routinearbeit übernimmt, bleibt mehr Energie für Emotionen. Und das verändert, wie wir uns mit unseren Bildern auseinandersetzen. Bemerkenswert ist, dass bereits 45 Prozent der Nutzenden mobil gestalten. Das ist ein Hinweis darauf, dass KI die Erstellung einfacher und spontaner macht. Seit die Funktion auch in der App verfügbar ist, steigt der Anteil der KI-Bücher weiter. „Man kann sein Jahr jetzt buchstäblich vom Sofa aus ordnen“, so Ellguth. Und dort, zwischen Sofa, Stille und Smartphone, beginnt etwas, das Psycholog:innen längst als therapeutisch beschreiben.
Wenn Erinnern zur Entspannung wird
Psychologische Studien belegen, dass strukturierende Tätigkeiten wie Aufräumen, Schreiben oder Gestalten messbar zur Stressreduktion beitragen. Das Sortieren von Fotos erfüllt genau diese Funktion: Kontrolle zurückgewinnen, ohne Leistungsdruck. Eine interne Analyse von über 4.000 Fotobuchprojekten zeigt, dass Texte meist kurz und emotional sind – unter 30 Zeichen, kleine Momente wie „Sommerregen“ oder „Oma lacht“. Ellguth stellt fest: „Das ist kein Perfektionismus, sondern echtes Erinnern. Menschen schreiben nicht für Likes, sondern für sich selbst.“ Diese neue Ehrlichkeit im Umgang mit den eigenen Bildern steht für eine größere Bewegung – weg vom Inszenieren, hin zum bewussten Erleben.
Memory Wellness statt Selfcare-Fatigue
Während sich klassische Selfcare-Rituale erschöpfen, wächst also ein neuer Trend: Memory Wellness, also das bewusste Ordnen von Erlebnissen. KI wird dabei zur Begleiterin, nicht zur Aufgabe. Sie erleichtert den Einstieg, aber die Auswahl bleibt menschlich. Ellguth ist überzeugt: „Technologie kann helfen, Routineaufgaben zu übernehmen, damit mehr Zeit bleibt für den emotionalen Aspekt. Sie nimmt uns nicht die Gefühle ab, sie schafft Platz dafür.“ So wird aus digitaler Ordnung ein Akt der Achtsamkeit und aus der vermeintlichen Technikfrage eine sehr menschliche Antwort auf die Erschöpfung unserer Zeit.
Quellen
https://www.uni-rostock.de/universitaet/kommunikation-und-aktuelles/medieninformationen/detailansicht/n/forscher-legen-studie-zum-wohlbefinden-der-menschen-in-der-weihnachtszeit-und-danach-vor-40421/
https://idw-online.de/de/news826382
https://www.apa.org/news/press/releases/2023/11/holiday-season-stress








